Archiv für Sammlung bisherige Neuzugänge

 
 

Die Rheinfähre Salez-Ruggell

Zeitungsinserat Liechtensteinisches Volksblatt 22.5.1896
Salez-Ruggell Rheinfähre um 1915
 

Die einstige Rheinfähre

Es war um 1901. … Dabei bot er mir die Gelegenheit, die Rheinfähre zu besichtigen, die von Salez nach Ruggell führte, da damals die hölzerne Rheinbrücke, die später vom Hochwasser weggerissen wurde noch nicht bestand.

Ein dickes Drahtseil war über den Rhein gespannt, woran an einem dünneren, gleitenden Drahtseil eine Gondel befestigt war. Darin sass ein Bauersmann mit einer braunen Ziege, zur Überfahrt nach Ruggell bereit. Ein Glockensignal gab das Abfahrtszeichen über das wogende Wasser. Mit einem aufwickelbaren Seil wurde das Boot hinübergezogen. …

(Quelle: Werdenberger-Buch: Erlebnisse und Erinnerungen von Alfred Kästli, 1983)

Die Schneckenzucht im St. Galler Oberlande

(Quelle: Die Alpenpost 1874)

Wer durch die Bezirke Werdenberg und Sargans wandert, dessen Blick wird mit Wohlgefallen bald auf den ausgedehnten Maispflanzungen, die der Landschaft zur Zeit des Spätsommers einen tropischen Charakter verleihen, bald auf den sanftansteigenden Weinbergen ruhen,, welche von romantischen Bergtrümmern und zum Theil von noch wohl erhaltenen Schlössern überragt werden; sicherlich werden ihm auch die grossen Baumgärten gefallen, in denen ganze Dörfer wie Vogelnester in einem Busche versteckt liegen; aber schwerlich wird er sich die Mühe nehmen, einer der vielen Schneckenzüchtereien, «Schneckenhäge» genannt, welchen er hie und da begegnet, einige Aufmerksamkeit schenken, obschon sie unter den Erwerbszweigen jener Gegenden auch ihre Bedeutung haben und ausser im Bündnerlande und Tessin und in einigen Kapuzinerklöstern nur hier getroffen werden, wohl aber bei rationeller Betreibung für manch’ andere Gegend eine nicht zu unterschätzende Geldquelle werden könnten. ….
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Der Grüezi-Weg damals

„Der Camor selbst scheint ein mächtiger Fels zu seyn, über welchen da, wo die Abhänge sanfter sind, die Länge der Zeit ein Kleid von fruchtbarem Erdreich geworfen hat. Die Heerden geraten an den steilen Wänden desselben häufig in Gefahr, in die unabsehlichen Abgründe hinabzustürzen, die oft ganz unerwartet die fruchtbaren Alpen unterbrechen und durch kein Gehäge angezeiget sind. Auf der obersten Spitze, am Bord der Abgründe, scherzte eine Zahl kleiner junger Ziegen, ohne einige Gefahr zu ahnen; so sehr scheint dieses Thier geschaffen, die ungänglichen Felswände zu benagen.“ (Reisebeschreibung 1796)

Hoher Kasten Foto Max Burkhardt, Photograph, Arbon, 5580 _RU

Hoher Kasten Foto Max Burkhardt, Photograph, Arbon, 5580 _RU



„Ein sehr interessanter, wenn auch etwas schwieriger Weg führt endlich vom Hohen Kasten über den Stauberengrat in 3 Std. [zum Furgglenfirst] hinüber. An dem wundervoll klaren Morgen des 13. Juli 1884 wanderte ich dem schmalen Pfad entlang, welcher auf dieser aussichtsreichen Höhe, bald auf-, bald abwärts geleitet, im Angesicht des prächtigen Felsturms der Kanzel. Ein alter Senn, der über mir auftauchte, wünschte mir treuherzig „Guten Morgen“ und fragte, wo ich hin wolle. Beim Nennen meines Ziels schüttelte er bedenklich den Kopf und rannte davon, um seinen Buben herbeizuholen, der mir das Geleit geben musste, trotz meiner Versicherung, dass ich mich nach den Angaben des bergkundigen Kastenwirts gar wohl zurecht zu finden getraue. Der Weg erfordert von der Kanzel an allerdings Mut, Orientierungsgabe und sicheren Tritt.“ (Prof. Kuhn 1888)

Staubern Foto M. Burkhardt, Arbon, Nr. 5565 _RU

Staubern Foto M. Burkhardt, Arbon, Nr. 5565 _RU

Herzlichen Dank an Roger Urfer, der uns diese und viele weitere alte Fotos zukommen liess.
weitere Bilder Hoher Kasten
weitere Bilder Staubern

Die obigen Zitate stammen aus „Damals im Alpstein“ Doazmol Band 6

Der Internationale Campingplatz in Bendern

Hier eines von mehreren alten Bildern aus Bendern:

Bendern Foto Herkunft unbekannt _RU

Bendern Foto Herkunft unbekannt _RU

Herzlichen Dank an Roger Urfer, der uns diese und viele weitere alte Fotos zukommen liess.
Link zur Sammlung über das damalige Bendern und viele weitere
Fotos „rhein-abwärts“.

Haag – kaum wiederzuerkennen

Als die Haager Kreuzung nicht nur Gesprächsstoff lieferte sondern auch Gespräche zuliess:

Haag Foto Verlag Max Bauer, Fotograf, St. Gallen _RU

Haag Foto Verlag Max Bauer, Fotograf, St. Gallen _RU

Herzlichen Dank an Roger Urfer, der uns diese und viele weitere alte Fotos zukommen liess.
Link zur Sammlung über das damalige Haag

Harmlose/r Wanderer

(Quelle: „Wanderstudien aus der Schweiz“, Eduard Osenbrüggen, Schaffhausen, 1871)

Von der Eisenbahnstation Sevelen zieht sich eine Viertelstunde lang eine grade Strasse bis zu der Rheinfähre hin. Fast kann man hier Mitleid haben mit dem Rhein, der, noch so nahe seiner „eiskristallenen Wiege“, gar nicht mehr den frischen Jugendmuth zeigt, sondern sich langweilt und träge durch Steingeröll und Sand hinzieht, wenn nicht dann und wann ein rascher Bergbach auf ihn zuspringt und ihn in Bewegung setzt.

Wir sind mit der Fähre ans rechte Rheinufer gekommen, wo ein uniformirter Zollwächter aus seinem Häuschen tritt, um uns anschaulich zu machen, dass wir in das Land der deutschen Ordnung und Vigilanz gekommen sind. Da er uns gleich als ganz harmlose Wanderer erkennt, so geht er in seine Bude zurück, wirft uns aber einen verdriesslichen Blick zu, denn wir haben ihn in seiner Ruhe gestört.

… weil dem Glücklichen keine Stunde schlägt

(Quelle: „Wanderstudien aus der Schweiz“, Eduard Osenbrüggen, Schaffhausen, 1871)

„Es ist ja kein Dörflein so klein, ein Hammerschmid muss darin sein“. So heisst es in dem bekannten Studentenliede, aber der Dichter dieses Reims kannte Gretschins im Bezirk Werdenberg nicht, wo ich einige Tage rechten Dorffriedens genoss.
Gretschins hat keinen Hammerschmid und obgleich es ein Kirchdorf ist, fehlt im Kirchthurm die Uhr. Zwei wichtige Zeitmomente des Tages werden den Dorfbewohnern, die im Felde arbeiten, dadurch kenntlich gemacht, dass der Messmer die Glocke im Thurm anzieht, die Mittagszeit und wenn die Einkehr zur Abendruhe vergönnt ist.
Man darf sich aber Gretschins, wenn es zwar keinen Hammerschmid und keine Kirchenuhr hat, durchaus nicht als ein ärmliches Bergdorf denken; es will eben nur ein Ort idyllischer Ruhe sein und vielleicht sträubt man sich gegen eine Kirchenuhr, weil dem Glücklichen keine Stunde schlägt.

unbekannte Bekannte

Anlässlich der Recherche zu Doazmol Band 6 über die Berggänger damals im Alpstein tauchten folgende Fotografien auf, vielleicht erkennt jemand die abgebildeten Personen:

Klassenausflug mit Lehrer, Mutschengipfel 1927:
Mutschen-Gipfel 1927

Gasthaus Aescher um 1925:
a Aescher um 1925new

Wirtshaus Wildkirchli um 1925:
a Wildkirchli um 1925new

Höhlen, Drachen, Wetterlöcher

Anlässlich der Recherche zu Doazmol Band 6 über die Berggänger damals im Alpstein haben wir folgende fantastische Seiten im 1905 erschienenen Werk des Geologen Emil Bächler entdeckt:

Emil Baechler - Hoehlen im Saentisgebirge 1905_1
Emil Baechler - Hoehlen im Saentisgebirge 1905_2
Emil Baechler - Hoehlen im Saentisgebirge 1905_3

“Damals im Alpstein” (Doazmol Band 6) erscheint Ende Juni 2015 und kann gerne vorbestellt werden. Der hier präsentierte Text ist nicht im Buch enthalten, stattdessen zwei Sagen: Eine darüber, wie die Fälenalp zu ihrem Namen kam, die andere über den Stiefelhannes aus Oberriet.

Wenn der Senn kocht

Anlässlich der Recherche zu Doazmol Band 6 über die Berggänger damals im Alpstein entdeckten wir diese herrliche kulinarische Passage in “Beschreibung der schweizerischen Alpen- und Landwirthschaft” von Johann Rudolf Steinmüller, Steinerische Buchhandlung Winterthur, 1804:

„Auf die rechte Zubereitung dieser Speisen bildet sich der Senn, der diese Kunst versteht, würklich viel ein, indem sie leicht anbrennen, und nicht jedem gerathen; er fordert daher auch mit Recht von jedem Gast, dem er sie auftischt, dass er sie gut heisse und rühme.

Weil aber diese Alpenspeisen äusserst fett und unverdaulich sind, so taugen sie nicht für einen jeden Magen. Vorzüglich aber müssen sich Fremde vor der sehr starken Alpenmilch, Käse-Syrten und Schotten in Acht nehmen, dass sie dieselbe nur sparsam geniessen, indem sie äusserst heftige Blähungen verursachen können, die übrigens sehr leicht mit etwas Kirschengeist gedämpft werden, wovon jeder Alpenwanderer ein Fläschchen bey sich tragen sollte.“

Weitere kulinarische Textauszüge aus den Reisebeschrieben und auch einige Rezepte dazu finden Sie auf www.doazmol-rezepte

“Damals im Alpstein” (Doazmol Band 6) erscheint Ende Juni 2015 und kann bereits jetzt gerne vorbestellt werden. Der hier präsentierte Text ist nicht im Buch enthalten.